Unsere Film-Highlights des Jahres 2025

Die my Love

Wer eine romantische Liebesgeschichte zwischen Katniss und Edward erwartet, der wird in „Die my Love“ gänzlich falsch sein. Für alle, die erwachsenes Kino mit Tiefgang und eigener Ästhetik schätzen, ist der neue Film von Lynne Ramsay pures Leinwandgold. Jennifer Lawrence ist in der Rolle einer jungen Mutter, die in der ländlichen Abgeschiedenheit in Einsamkeit und Depression versinkt, schlichtweg zum Niederknien.

Babygirl

Auch Halina Reijns „Babygirl“ war dieses Jahr einer der Filme, der für einen großen Social-Media-Hype sorgte, aber weitaus mehr zu bieten hat als sexy Szenen zwischen Nicole Kidman und Harris Dickinson. Der Film ist eine sensible und differenzierte Analyse weiblicher Lust und was ihrer Erfüllung im Weg stehen kann. Unsere Kritik zu „Babygirl“ lest ihr hier.

Sentimental Value

Joachim Triers folgt leise und klug der Beziehung eines Vaters zu seinen erwachsenen Töchtern und dem Haus, in dem sie aufgewachsen sind. Eine sensible Geschichte über Entfremdung, verpasste Chancen und Verzeihen. Man könnte außerdem den ganzen Film allein damit zubringen, Renate Reinsve in Großaufnahme zu bestaunen und würde dessen nie müde werden.

Sorry, Baby

„Sorry, Baby“ ist der Debütfilm der Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Eva Victor. Es ist ein leiser, leichter, aber zutiefst beeindruckender Film über eine Frau, die versucht mithilfe ihrer besten Freundin, ihrem nerdigen Nachbarn und einem zugelaufenen Kätzchen eine traumatische Erfahrung zu verarbeiten. Eva Victor ist darin auch in der Hauptrolle zu sehen und beeindruckt sowohl mit ihrer Performance als auch einer starken, eigenen Regie-Handschrift.

One Battle after Another

Viel muss man gar nicht mehr sagen über den neuen Film von Paul Thomas Anderson, für viele war er das Kinoereignis des Jahres. Zugegeben, die Geschichte über ein ehemaliges, alterndes Mitglied einer linksradialen Terrorgruppe, der sich plötzlich wieder mitten im Geschehen wiederfindet, hat nicht ganz so viel Tiefgang wie der Stoff hergeben könnte. Aber Leonardo DiCaprio trägt den fast dreistündigen Film mit Leichtigkeit, viele Szenen sind visuell atemberaubend inszeniert und der Humor sitzt genau dort, wo er hin gehört.

Bugonia

Emma Stone als CEO eines Pharmaunternehmens, die von Jesse Plemons entführt wird, weil er sie für eine gefährliche Alien-Königin hält – Yorgos Lanthimos und sein eingespieltes Team zeigen sich in seinem neuen Film in Bestform. Unsere Kritik zu „Bugonia“ lest ihr hier.

Blood & Sinners

Der neue Film von Ryan Coogler ist weit mehr als ein Vampirfilm, er verbindet Southern Gothic, Horror, historisches Drama und Musik zu einer epischen, emotionalen Geschichte. Michael B. Jordan spielt darin zwei Zwillingsbrüder, die im Mississippi der 1930er Jahre einen Juke-Joint eröffnen und sich einer übernatürlichen Bedrohung stellen müssen. „Blood & Sinners“ reflektiert soziale Themen wie Rassismus, Gemeinschaft und Überleben und ist dabei ein cineastisches Fest der Sinne.

Das Licht

Tom Tykwer eröffnete mit seinem ersten Kinofilm seit 2016 die diesjährige Berlinale. Er packt darin die ganz großen Themen an: Entfremdung von den Menschen, die einem am nächsten stehen sollten, die Angst der Generation Z vor dem Sterben des Planeten, Fluchtbewegung und Entwicklungshilfe, die Suche nach der eigenen Bestimmung. Nicht jedes Bild, nicht jeder Dialog und nicht jede Idee funktioniert gleich gut, aber allein für seine überbordende Lust am Filmemachen muss man Tom Tykwer danken. 

Like a Complete Unknown

Timothée Chalamet spielt Bob Dylan in einem Biopic, das dem Genre keine nennenswert neuen Bilder oder Erzählperspektiven abringt, und das man trotzdem irgendwie gern hat. Weil Chalamet so viel Herzblut in seine Performance legt, an der er fünf Jahre gearbeitet hat. Weil die Geschichte von Dylans erstem nicht-akustischen Auftritt beim Newport Folk Festival allein für sich so eine schöne Anekdote ist. Und nicht zuletzt weil es außerdem um Joan Baez geht, die von Monica Barbaro kein bisschen weniger großartig dargestellt wird.