Son Lux im Februar mit neuem Album und Deutschlandtour

Alle Ängste fallen zu lassen, die Zeit zu vergessen und ins schwerelose Träumen zu geraten: das ist wohl eines der schönsten Gefühle, die der Mensch zu spüren vermag. Ein Glück, dass es Musik immer wieder schafft, solch einen Traumzustand in uns auszulösen, wenn wir es auch zulassen.

Das neue Album „Brighter Wounds“ ist das Fünfte von Son Lux. Ein Projekt, das der New Yorker Ryan Lott allein begann und seinen Ursprung mit „At War with Walls and Mazes“ 2008 fand. Inzwischen haben sich Rafiq Bhatia an der Gitarre und Ian Chang am Schlagzeug dazu gesellt. Als Trio musizierten sie erstmals zusammen live auf Tournee, die das Album „Lanterns“ präsentierte, das den wohl bisher bekanntesten Song „Easy“ enthält. Schnell machte sich die Harmonie zwischen den drei Vollblutmusikern bemerkbar, die sie dazu bewog, schließlich auch gemeinsam im Studio zu arbeiten. „Bones“ markierte 2015 den Grundstein der erweiterten Son Lux-Konstellation und ließ den Eindruck entstehen, als hätte der Zuwachs das Genie und die Experementierfreudigkeit von Lott – vor allem rhythmisch – weiter angeregt und auf ein anderes Level gehoben.
Zweieinhalb Jahre sind seitdem ins Land gezogen, jetzt gibt es am 9.Februar endlich Nachschlag mit „Brighter Wounds“ – einem Album, das dem Vorgänger in nichts nach steht – ihn vielleicht sogar noch einmal übertrifft.
Lotts zarte, zerbrechliche Vibrato-Stimme nimmt den Hörer mit auf eine Reise – zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Aufbruch und Besinnlichkeit. Musikalisch wird diese Zerrissenheit von einerseits rythmisch-aufwühlenden Abschnitten mit abgespacten Synthesizern wie bei „Fools You Need“, andererseits ausschließlich schwebender Akkordbegleitung auf dem Klavier bei „Aquatic“ ausgedrückt. Son Lux scheut sich nicht davor, Beats abprupt abzubrechen, um erst einmal wieder Ruhe einkehren zu lassen und von neuem zu beschleunigen. Dieser fliegende Wechsel sorgt für eine einzigartige Dynamik, die Songs wie „Dream State“, kombiniert mit Orchestereinschüben inklusive pointierten Bläsern, viel Volumen und Spannung verleiht.


Die Musik auf „Brighter Wounds“ erzeugt eine Atmosphäre, die man unter Experimental/Alternative/Pop zusammenfassen könnte, aber eigentlich nicht sollte. Denn das Album ist so unberechenbar abwechslungsreich, frei von jeglichen Formen, dass es für sich steht. Und obwohl es emotional wankt, lässt es bei mir ein gutes Gefühl zurück – ein Drang, nicht in der eigenen Melancholie zu versinken und sich auf das Leben zu stürzen – „out of the dark day, into the brighter night“.

Son Lux ist in Deutschland bald live zu erleben. Die Karten für Berlin sind leider schon ausverkauft, in Hamburg, Köln und München habt ihr aber noch die Chance, euch selbst von Ryan Lott und Co. zu überzeugen.

Son Lux live:

23.02.2018 Hamburg, Gruenspan
24.02.2018 Berlin, Lido (sold out)
25.02.2018 Köln, Gebäude 9
26.02.2018 München, Ampere

Foto: Alix Spence

http://music.sonluxmusic.com/