
Steven Spielberg macht einen neuen Film. Einen Film über Aliens. Einen Film mit Emily Blunt, Josh O’Connor, Eve Hewson, Colin Firth und Colman Domingo. Was kann dabei schon schief gehen? „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ beweist: Offensichtlich ziemlich viel.
Die Welt steht mal wieder am Abgrund. Cybersicherheitsexperte, ehemaliger Cyberkriminelle, Daniel Kellner (Josh O’Connor) arbeitet für eine Organisation die, unabhängig von der Regierung, seit Jahren Material über den Kontakt mit außerirdischen Lebensformen sammelt und zurückhält. Als Daniel herausfindet, dass im Rahmen dessen brutale Experimente und Untersuchungen an den fremden Wesen durchgeführt werden, kopiert er die Daten und entwendet sie. Gemeinsam mit seiner Verbündeten und Freundin Jane (Eve Hewson) flieht er vor der Organisation WARDEX die, unter der Führung von Noah Scanlon (Colin Firth), die Menschheit um jeden Preis vor der Wahrheit schützen will.
Zeitgleich hat die Wetter-Moderatorin Margaret Fairchild (Emily Blunt) ein seltsames Erlebnis. Ein Vogel landet in ihrer Wohnung und plötzlich kann sie akzentfrei sämtliche Sprachen sprechen. Darüber hinaus weiß sie Dinge über andere Menschen, die sie eigentlich gar nicht wissen sollte. Sowohl sie, als auch Daniel Kellner, reagieren anders auf den Kontakt mit den außerirdischen Lebensformen und Technologien. Sie verstehen ihre Sprache, ihr Geist lässt sich nicht beeinflussen und sie verfügen über vermeintlich unzugängliches Wissen. Darüber ist sich auch WARDEX im Klaren, sowie Noahs ehemaliger Partner Hugo (Colman Domingo), der der Meinung ist, die Menschheit verdient die Wahrheit. Eine wilde Hetzjagd führt Daniel und Margaret zusammen. Nun müssen sie sich gemeinsam dem stellen, was sie beide verbindet und was jetzt zu tun ist.
“Disclosure Day” wirkt wie das Ergebnis eines dieser Würfelspiele, die einem mit verschiedenen Symbolen zufällig das Grundgerüst für eine Kurzgeschichte liefern. Oder auch wie die Anleitung für einen schlechten Cocktail. Man nehme Außerirdische, die wie von Kleinkindern gefertigte Karrikaturen aussehen, eine Geheimorganisation, eine Gruppe von Widerstandskämpfern, ein zankendes Liebespaar und zwei vermeintlich Auserwählte. Das Ergebnis ist ein unglaublich generischer, zweieinhalbstündiger Alienfilm, den man so schon hundertfach gesehen hat. Dazu kommen dutzende KI-generierte Bilder, die einen mit ihrem unnatürlichen Glanz in den Wahnsinn treiben. Zumindest bleibt ein gewisser Spannungsfaktor erhalten, wodurch das Kinoerlebnis wider Erwarten schnell vorbei ist.
Die Prise Salz, die das Ganze aufpeppen soll, ist der unbestreitbar charismatische Cast. Allerdings ist das auch von einer Prise Salz etwas viel verlangt. Emily Blunt kann ihr Gesicht kaum noch bewegen, Colin Firth wirkt vorrangig alt und Josh O’Connor ist zwar wie immer liebenswert, hat nur leider kaum Spielraum seine eindimensionale Rolle zu entwickeln. Keiner der Figuren ist über ihre Grundfunktion hinaus ausgearbeitet, man sympathisiert mit niemandem wirklich, außer vielleicht mit den Außerirdischen. Im Vergleich zu Größen wie “E.T.” und “Unheimliche Begegnung der dritten Art” leider ein Griff ins Klo.
“Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit” startet am 10. Juni 2026 in den deutschen Kinos. Tickets gibt es unter anderem hier.
