Gehört: „Fettuccini“ von Jaques Palminger & The Kings of Dubrock

Dub-Dada!

Jaques Palminger ist zurück! Und niemand würde gerne länger an dem Ort verweilen, von dem er zu uns zurückgekehrt ist. Denn was er sich dort wieder eigefangen hat, ist mit dem schnöden Adjektiv „irre“ nur mager umschrieben. Und er hat, nach seinem letzten Ausflug in Gefilde des Jazz und der Lyrik auch wieder seine geschmeidige Partymaschine namens „The Kings of Dubrock“ (besser bekannt als Viktor Marek und Rica Bluck) unter dem Arm. Und ich kann nicht umhin ein zwei Freudensprünge zwischen dem ganzen Geschreibsel hier zu vollführen. Hooray!

Fettuccini“ heißt das neue Elaborat. Ich pilgere schon seit Jahren zu seinen Konzerten und jedes Mal geht man aus diesen mit etwas Verwirrung und einer seltsamen Vibration wieder nach Hause, oder besser gleich weiter zu Afterhourafterhourafterhour. Tanzen! Lachen! Denken! Das geht alles gleichzeitig. Und der Höhepriester dieser Mischung ist auch diese Mal mit Lyrics am Start, die einen schwindlig werden lassen. Am liebsten würde ich hier alle Texte wiedergeben, aber man sehe mir nach, dass ich euch ja motivieren will euch ganz, ganz fix die neue Scheibe zu kaufen und euch das alles selber anzuhören. 12 Dubrock Tracks bietet der Kauf und sie sind es alle wert. Vom italienisch angehauchten „Calimero“ über das komplett absurde „Uhren befummeln die Zeit“. Vom hysterisch, dengenerierten „Kinder der Sonne „ über das seltsam verschleppte „Im Beachbuggy zur Beachparty“ hin zur Hommage an einen Kakadu, der sich unter einer Rolltreppe in Paris befindet und enervierend von seinem Leben erzählt.

Hier gibt es buchstäblich wirklich alles. Orte, Wörter, Wendungen, Beschimpfungen, Gedichte, Kinderstimmen, Ausraster und Befriedung. Alles unter einer Soße aus Minimaldub und massenhaft Drogen. Dubstepdub, mal mit der hymnischen Stimme Rica Bluncks oder die wirren bis fordernden Monolge Palmingers unterspüllend. Mal mit tiefen Bässen, wummernd und treibend. Mal stechend technoid, mal klirrend, mal wabernd. Aber immer tanzbar, fast schon zum Bewegen zwingend. Eine gute Anlage mit ordentlichen Subwoofer sollte man allerdings schon sein eigen nennen. Mit Laptoplautsprechern wird man dieser Platte nicht gerecht. Nee, nee… bitte laut und mit Druck! Und als größte Überraschung dieses Albums entpuppt sich ein Klassiker der Kings of Dubrock. Ein Song der seit Jahren bereits auf seinen Livekonzerten ausgiebig abgefeiert wird und nun leicht überarbeitet endlich gepresst erscheint. Die Rede ist von „MDMA“. Ein waschechter Sommerhit! Schade, dass er erst jetzt rausgekommen ist, denn wie ich Flux FM und anderen alternativ daherkommenden Radiostationen enthöre, ist er bereits auf Hot Rotation und wird vermutlich in den nächsten Wochen noch einige Plätze auf etwaigen Snglecharts erklimmen. „Magst du mich auch“ singt Rica im Refrain. Und das heißt abgekürzt eben MDMA. Was sollte es sonst heißen….

Rauschbegabt und Druckerprobt
Eine Sehnsucht die wie ein Feuer tobt.
Wer mit uns geht kommt nicht mehr zurück
Drei Nächte im Licht drei Tage im Glück
Der Sommer ist nah, der Sommer ist nah.
Magst du mich auch ?
Die Waffen sind da, die Waffen sind da.
MDMA

Das Video zum Track ist nun auch online und wird von einer sichtlich erfreuten Gymnasialband dargeboten:



In diesem Sinne: Schnallt euch an, erwartet Unmögliches und gebt euch den Dadaisten des Dancefloor. Den Dubselector der deutschen Befindlichkeit ab zwei Uhr Nachts. Und Abfahrt!


Live gibt’s die Party auch. Hier die Tourdaten:

29.08.2012 Leipzig, Conne Island
30.08.2012 Berlin, Festsaal Kreuzberg
31.08.2012 Rostock, Helgas Stadtpalast
01.09.2012 Hamburg, Hafenklang
13.09.2012 CH- Zürich, Helsinki
14.09.2012 CH- Luzern, TBA
15.09.2012 Konstanz, Kantine
28.09.2012 Itzehoe, Lauschbar
29.09.2012 Köln, Gebäude 9
27.10.2012 Berlin, Kater Holzig (Due Nutti Soundsystem)
20.11.2012 Marburg, Waggonhallen
21.11.2012 Stuttgart, Schocken
22.11.2012 München, Rote Sonne
23.11.2012 Nürnberg, Desi
24.11.2012 Frankfurt, Zoom


Gehört von Marcus Reinhardt