
Einmal im Jahr dreht sich in Baden-Baden für drei Tage alles um Musik. 2026 ging das SWR3 New Pop Festival bereits in seine 31. Ausgabe, und auch für uns gehört ist es eine feste Größe im September. Jedes Jahr sind wir dabei, wenn Newcomer auf große Namen treffen und sich die ganze Stadt in ein einzigartiges Festival verwandelt. Und während manche Artists gerade erst am Anfang stehen, kehren andere Jahre später als große Namen zurück.
So wie Gentleman, der 27 Jahre nach seinem ersten Auftritt beim New Pop Festival für ein Homecoming-Konzert ins Kurhaus zurückkehrte. Ein ziemlich chilliger und gut gelaunter Auftakt in das Festivalwochenende, bei dem es direkt die erste Überraschung gab: Michael Patrick Kelly kam als Special Guest auf die Bühne. Gemeinsam performten die beiden “Wildfire” und “I.D.”.
Danach ging es ins Festspielhaus zu Clueso und der SWR Big Band. Ein besonderer Auftritt, der vor allem deshalb funktionierte, weil die Songs durch die Big-Band-Arrangements noch einmal ganz anders klangen. Mein persönliches Highlight war “Was wäre wenn”. Das Arrangement war perfekt, und tatsächlich wurde der Song an diesem Abend erst zum zweiten Mal überhaupt live gespielt. Auch Taxifahrer Erik war wieder da. Clueso hatte ihn vor seiner Casino Session in Baden-Baden im letzten Jahr kennengelernt und spontan auf die Gästeliste gesetzt. Über dieses besondere Konzert haben wir damals auch berichtet. Aus den ursprünglich geplanten 75 Minuten wurden am Ende deutlich mehr als anderthalb Stunden und damit das längste Konzert in der Geschichte des SWR3 New Pop Festivals.
Zum Abschluss des ersten Tages ging es für uns zur kanadischen Sängerin Charlotte Cardin ins Theater, für mich immer noch die schönste Location des Festivals. Der intime Rahmen passte perfekt zu ihrer Mischung aus englischen und französischen Songs, Pop, Soul und elektronischen Einflüssen.
Am Freitag wartete dann ein weiteres New-Pop-Homecoming: Giant Rooks. Bereits zum dritten Mal waren die Jungs in Baden-Baden dabei – und wir waren ebenfalls jedes Mal dabei. Angefangen hat alles mit einem kostenlosen Auftritt auf der Live-Bühne, 2021 folgte ihr Newcomer-Konzert unter besonderen Corona-Bedingungen. Fünf Jahre später ging es nun ins Festspielhaus. Und Giant Rooks sind einfach immer wieder ein Erlebnis! Gleichzeitig zeigt ihre Geschichte ziemlich perfekt, was das New Pop Festival ausmacht: Eine Band früh auf einer kleinen Bühne erleben und ein paar Jahre später beim großen Homecoming wiedersehen.
Eines meiner persönlichen Highlights fand dagegen auf der kostenlosen Live-Bühne statt: Sekou. Ausgerechnet an seinem 22. Geburtstag stand der junge britische Sänger in Baden-Baden auf der Bühne. Seine Musik habe ich tatsächlich durch Jimin von BTS entdeckt, nachdem dieser Sekous Song “Catching Bodies” für einen Instagram-Post verwendet hatte. Später trafen sich die beiden sogar beim BTS-Konzert in London. Entsprechend gespannt war ich darauf, Sekou endlich selbst live zu sehen. Und: What a voice! Eine Stimme, die man definitiv nicht so schnell vergisst. Dazu jede Menge Charme und eine richtig gute Stimmung auf der Live-Bühne. Der Auftritt hat einfach Spaß gemacht und Sekou war für mich eine der Entdeckungen des Wochenendes.
Zum Abschluss des Freitags ging es noch einmal ins Theater. Dort gab der britische Künstler ADMT seine Songs mit viel Gefühl zum Besten, und sorgte für einen perfekten Abschluss des Tages. Auch er kannte das New Pop Festival bereits: 2025 stand er noch auf der kostenlosen Open-Air-Bühne, ein Jahr später folgte nun sein eigenes Konzert im Theater. Wieder so eine kleine New-Pop-Erfolgsgeschichte.
Am Samstag standen unter anderem drei Frauen im Mittelpunkt. Holly Humberstone brachte ihren melancholischen Indie-Pop ins Kurhaus, bevor Sienna Spiro das Festspielhaus übernahm. Gerade Spiro ist einer dieser Namen, bei denen es spannend sein wird, in ein paar Jahren auf diesen Auftritt zurückzublicken. Mit ihrer Mischung aus Pop, Soul und Jazz und vor allem ihrer beeindruckenden Stimme gehört sie definitiv zu den spannendsten jungen Künstlerinnen des diesjährigen Line-ups.
Und dann war da noch Luiza, die ich im August in Colmar als Support von Mika gesehen hatte. Nur wenige Wochen später stand sie nun beim New Pop Festival im Theater. Mit ihrer Mischung aus französischem Pop und brasilianischen Einflüssen brachte sie noch einmal einen komplett anderen Sound nach Baden-Baden.
Nach drei Tagen bleibt vor allem eines: Das SWR3 New Pop Festival muss gar nicht versuchen, wie die großen Festivals zu sein. Genau darin liegt sein Charme. Baden-Baden selbst wird zum Festivalgelände. Man läuft vom Theater zum Kurhaus, weiter ins Festspielhaus und entdeckt dazwischen immer wieder neue Musik. Und genau deshalb kommen wir jedes Jahr gerne wieder.
Wer nicht selbst dabei sein konnte oder die Konzerte noch einmal sehen möchte, kann das übrigens ganz entspannt von zu Hause aus nachholen. Alle TV-Termine und Infos findet ihr bei SWR3.
Die Konzerte gibt es zusätzlich in der ARD Mediathek.
