
Die Berlinale ist vorbei, die Nachwirkungen des Diskurses rund um politische Äußerungen und das Ausbleiben solcher haben sich geglättet. Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle „darf“, zum Glück, im Amt bleiben. Zeit, nach vorne zu blicken.
Die meisten auf der Berlinale gezeigten Filme bekommen leider nie einen offiziellen Kinostart. Ab heute sind die ersten Filme aus dem diesjährigen Festivalprogramm sowie ein Wettbewerbsbeitrag aus dem letzten Jahr in den Kinos zu sehen. Wir hoffen sehr, dass noch viele weitere folgen.

Good Luck, Have Fun, Don’t Die
Der neue Film von „Fluch der Karibik“ Regisseur Gore Verbinski feierte seine Premiere als Berlinale Special Gala. „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ ist ein wilder, unterhaltsamer Genre-Ritt, in dem Sam Rockwell mithilfe einer in einem Diner rekrutierten Truppe die Welt gegen eine außer Kontrolle geratenen KI retten soll. Es wird kein leichtes Unterfangen, gibt der Mann aus der Zukunft zu, es handle sich nämlich seinem bereits um seinen 117. Versuch. Freunde des skurrilen Action-Kinos kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Kinostart: 12.03.2026

The Testament of Ann Lee
Das historische Drama erzählt vom Leben der religiösen Visionärin Ann Lee, der Gründerin der Shaker-Bewegung im 18. Jahrhundert. Zwischen Verfolgung, spiritueller Überzeugung und wachsender Gefolgschaft kämpft sie darum, ihre radikale Glaubensgemeinschaft aufzubauen und ihre Ideen in einer feindlichen Welt zu behaupten. Regisseurin Mona Fastvold erzählt die eher spezielle Geschichte mit mitreißenden Stil eines Musicals, das auf Original-Liedern der Shaker-Bewegung basiert. Amanda Seyfried tanzt und singt als spirituelle „Mother“ derart leidenschaftlich um ihr Leben, dass Florence Welch ihre Freude an ihr hätte.
Kinostart: 12.03.2026

Blue Moon
Richard Linklaters Drama begleitet den legendären Songwriter Lorenz Hart (Ethan Hawke) in Echtzeit durch die berühmte Nacht des 31. März 1941, auf die Premierenfeier des Musical-Hits „Oklahoma!“. Während er durch eine Nacht voller Erinnerungen, Alkohol und verpasster Chancen taumelt, blickt er auf seine Karriere, seine komplizierte Beziehung zu seinem ehemaligen Kreativpartner Richard Rodgers und die Schattenseiten des Showbusiness zurück. „Blue Moon“ feierte bereits 2025 im Wettbewerb der Berlinale Premiere und kommt nun endlich in die Kinos.
Kinostart: 26.03.2026

Allegro Pastell
Die Verfilmung des gleichnamigen Bestellers von Leif Randt erzählt von einer modernen Fernbeziehung zwischen Berlin und Frankfurt. Während Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner) versuchen, Liebe, Selbstverwirklichung und digitale Dauervernetzung miteinander zu vereinbaren, geraten ihre Gefühle zunehmend aus dem Gleichgewicht. Regisseurin Anna Roller nähert sich der Vorlage mit sensiblem Gespürt für Zwischentöne. Nach seiner Premiere im Panorama der Berlinale hat „Allegro Pastell“ das Zeug dazu, ein Publikumshit zu werden.
Kinostart: 16.04.2026

Vier minus Drei
Am Anfang steht die schlimmste aller Tragödien. Ein Verkehrsunfall reißt eine vierköpfige Familie auseinander, Barbara bleibt nach dem Tod ihres Mannes Heli und ihrer zwei Kinder Fini und Thimo allein zurück. Der neue Film von Adrian Goiginger springt zwischen dem tragischen Jetzt und dem Leben der beiden professionellen Clowns in allen Facetten der Vergangenheit hinterher. Es entsteht ein Bild zwischen Weinen und Lachen und eine vielschichtige Einordnung dessen, was das Umfeld von der trauernden Barbare erwartet und wie sie sich selbst fühlt. Einer der stärksten Filme im diesjährigen Panorama.
Kinostart: 16.04.2026

Rose
Für ihre Darbietung in Markus Schleinzers neuem Film „Rose“ hat Sandra Hüller mit Recht den Silbernen Bären gewonnen. Rose taucht im 17. Jahrhundert als mysteriöser Kriegsheimkehrer in einem protestantischen Dorf auf und beansprucht das ihr laut Unterlagen zustehende Erbe eines verlassenen Hofes. Nach anfänglicher Skepsis wird der Fremde mehr und mehr akzeptiert. Ihre weibliche Identität verschleiert Rose so glaubhaft, dass der benachbarte Bauer die Ehe mit einer seiner Töchter arrangiert. „Rose“ ist langsam und in kalten Schwarzweiß-Bildern erzählt. Wer sich durchbeißt, wird jedoch mit einer großartigen Sandra Hüller und einer nach wie vor erschreckend aktuellen Geschichte belohnt.
Kinostart: 30.04.2026
