
Mit BLACKPINK ist LISA Teil der erfolgreichsten K-Pop-Stars der Welt. Doch auch solo hat sich die 29-Jährige längst einen Namen gemacht. Die gebürtige Thailänderin, die mit bürgerlichem Namen Lalisa Manobal heißt, zog bereits mit 14 Jahren nach Südkorea, um dort bei YG Entertainment ihren Traum von einer Musikkarriere zu verfolgen. 2016 debütierte sie schließlich gemeinsam mit Jisoo, Jennie und Rosé als BLACKPINK. Der Rest ist Geschichte. 2021 veröffentlichte sie mit “LALISA” und dem Megahit “MONEY” ihre ersten Solosongs, 2024 gründete sie ihr eigenes Unternehmen LLOUD und im vergangenen Jahr folgte mit “Alter Ego” ihr erstes Soloalbum, auf dem sie unter anderem mit ROSALÍA, Doja Cat und RAYE zusammenarbeitete.
Seitdem ist einiges passiert. LISA stand unter anderem bei der Victoria’s Secret Fashion Show, den Oscars und dem Coachella Festival auf der Bühne. Zuletzt trat sie bei der Eröffnungsfeier der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Los Angeles gemeinsam mit Anitta und Rema auf, wo die drei erstmals ihren Song “Goals” präsentierten. Auch als Schauspielerin ist sie mittlerweile erfolgreich. In der dritten Staffel der HBO-Serie “The White Lotus”, die in ihrer Heimat Thailand spielt, gab sie 2025 ihr Schauspieldebüt. Ihre Dokumentation “Always Lalisa” feierte beim Toronto International Film Festival Premiere und ist mittlerweile in ausgewählten Kinos zu sehen. Bei den diesjährigen MTV Video Music Awards gewann LISA mit “Dream” den Preis für Best Pop und schrieb damit als erste K-Pop-Solokünstlerin in dieser Kategorie Geschichte. Im November geht es für sie außerdem nach Las Vegas, wo sie mit “VIVA LA LISA” als erster K-Pop-Act eine eigene Konzertresidenz im Colosseum des Caesars Palace spielen wird.
Davor gibt es aber erst einmal neue Musik. Mit “PRESS PLAY” veröffentlicht LISA nun ihre neue EP mit sechs Songs über LLOUD und RCA Records. Während sie auf “Alter Ego” noch mit verschiedenen musikalischen Identitäten experimentierte, scheint sie jetzt genau zu wissen, in welche Richtung sie gehen möchte. Hip-Hop, Rap und elektronische Beats stehen deutlich stärker im Mittelpunkt. Die Songs klingen unterschiedlich, passen aber trotzdem gut zusammen. Die EP ist außerdem wie ein Film konzipiert, bei dem man sich einfach zurücklehnen und auf Play drücken soll. Passend dazu zieht sich das Thema Film auch durch die Songs und Musikvideos. Besonders gefällt, dass LISA ihre thailändischen Wurzeln diesmal stärker einbringt. Das macht “PRESS PLAY” persönlicher und unterscheidet die EP auch von ihrem Vorgänger.
Schon der erste Song “SaWaDiKa” ist ein absoluter Banger. Der Titel leitet sich vom thailändischen Gruß “Sawasdee ka” ab, was so viel wie “Hallo” bedeutet, und ist eine Hommage an ihre Heimat. Der Beat geht sofort nach vorne, LISA rappt selbstbewusst und der Refrain bleibt direkt im Ohr hängen. Auch das Musikvideo wurde in Bangkok gedreht und zeigt unter anderem Tuk-Tuks und verschiedene Ecken der thailändischen Hauptstadt. Wie gut der Song ankommt, zeigen die beeindruckenden Zahlen. Bereits in den ersten 24 Stunden wurde das Video mehr als 70,8 Millionen Mal auf YouTube angeschaut und war damit laut ihrer Plattenfirma das meistgesehene YouTube-Debüt des Jahres 2026. Auch in den amerikanischen Billboard Hot 100 konnte LISA mit “SaWaDiKa” einen neuen persönlichen Rekord feiern. Der Song stieg auf Platz 69 ein und erreichte damit ihre bislang höchste Neueinstiegsplatzierung. Ein mehr als gelungener Auftakt für die EP.
Mit “V12” geht es direkt energiegeladen weiter. Wuchtige Bässe und elektronische Beats treffen auf LISAs Rap-Parts. Der Song spielt mit dem Vergleich zu einem leistungsstarken Sportwagenmotor und macht vor allem eines: Spaß beim Hören. “COBRA” klingt dagegen etwas anders und erinnert mit seinen Hip-Hop- und R&B-Einflüssen an die frühen 2000er-Jahre. Der Track ist etwas verspielter, hat einen coolen Groove und dürfte besonders auf der Tanzfläche gut funktionieren. Ein weiteres Highlight ist “TARANTINO”. Wie der Titel schon verrät, dreht sich hier einiges um die Filme des berühmten Regisseurs Quentin Tarantino. Die Produktion ist entsprechend dramatisch, mit spannungsgeladenen Beats und jeder Menge Anspielungen auf seine Filmwelt. Passend zum Release der EP gibt es auch ein neues Musikvideo, in dem LISA selbst zur Actionheldin wird. Darin kämpft sie sich durch ein Hotel, um ihrem Lieblingsregisseur eine Nachricht zu überbringen. Dabei geht es ordentlich zur Sache, ganz im Stil eines Tarantino-Films. Das Video passt damit perfekt zum filmischen Konzept der EP.
Auch bei “CUT U OFF” bleibt LISA dem Filmthema treu. Der Song beginnt mit der bekannten Pfeifmelodie aus “Kill Bill” und handelt davon, negative Menschen hinter sich zu lassen und klare Grenzen zu ziehen. Zum Abschluss wird es mit “SWEAT” etwas entspannter. Der Dance-Pop-Track spielt mit Yoga-Referenzen und einer sinnlichen Atmosphäre und zeigt noch einmal eine andere Seite von LISA.
Textlich geht es auf “PRESS PLAY” weiterhin häufig um Erfolg, Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit, aber nicht jeder Song muss s eine tiefgründige Geschichte erzählen. Manchmal reicht es auch, wenn der Beat stimmt und man direkt Lust bekommt, die Musik noch einmal aufzudrehen. Und genau das schafft LISA mit ihrer neuen EP ziemlich gut. Ihre Rap-Parts stehen wieder stärker im Vordergrund und gerade die thailändischen Einflüsse machen die EP interessant. Mit “PRESS PLAY” zeigt LISA, dass sie auch solo ihren ganz eigenen Weg gefunden hat.
Foto © Yeyoung Choi
