Gesehen: “Toy Story 5” von Andrew Stanton

Mitten in den Sommerferien, pünktlich zu Sonne, Eis, Freibad und schier unerschöpflicher Freizeit, erscheint „Toy Story 5“, der neueste Teil der US-amerikanischen computeranimierten Trickfilmreihe, die die Pixar Animation Studios für Walt Disney Pictures produziert hat. Drehbuch und Regie übernahm Andrew Stanton, der bereits bei drei anderen „Toy Story“ Filmen als Autor mitgewirkt hat.

Der fünfte Teil schließt inhaltlich an seinen Vorgänger an. Das rothaarige Cowgirl Jessie hat, nachdem sie und die anderen Spielzeuge von Andy an seine kleine Schwester Bonnie weitergereicht wurden, in Bonnies Zimmer das Kommando übernommen. Gemeinsam mit dem Astronauten Buzz Lightyear als ihrem Stellvertreter hilft Jessie Bonnie die abenteuerlichsten Spiele zu erfinden, von Hochzeiten bis zu dramatischen Mordanschlägen. Inspiriert von der romantischen Stimmung versucht Buzz schon seit geraumer Zeit, seinen Mut zusammenzunehmen und um Jessies Hand anzuhalten. Währenddessen durchstreift Sheriff Woody die idyllischen Vorstadtstraßen und hilft ausgesetzten und verloren gegangenen Spielzeugen aus der Klemme.

Keines der Spielzeuge ahnt zuerst etwas Böses, aber Bonnie tut sich schwer, im echten Leben Freunde zu finden. Doch das Problem liegt nicht nur bei ihrer Schüchternheit. Jessie zieht los, um der Sache auf den Grund zu gehen und entdeckt, dass die Technik in anderen Haushalten Einzug gehalten hat. Die Kinder vernachlässigen ihr Spielzeug zugunsten ihrer neuen Ipads, die sie völlig in Beschlag nehmen.

Bonnies Eltern, die sich ebenfalls Sorgen machen, dass ihre Tochter keinen Anschluss findet, kaufen ihr ihr eigenes Lilypad, ein froschähnliches Tablet. Und schon beginnt der Ärger. Bonnie wird von ihrem neuen Spielzeug völlig absorbiert, und auch wenn es zuerst so scheint, als würde sie über Online-Chatrooms neue Freunde finden, gestaltet sich das schwieriger als gedacht. Jessie zieht los auf eine Mission, um Bonnie neue Freunde zu beschaffen und dem Lilypad den Kampf ansagen. Buzz ist dabei wie immer ihr treuer Begleiter, und auch Woodie eilt zur Hilfe.

Erstaunlicherweise hat der neue Toy Story Film kaum etwas vom alten Charme der vorangegangenen Teile eingebüßt. Die Animation ist natürlich, besonders im Vergleich zum ersten Teil, sehr weit fortgeschritten, aber die Figuren behalten ihren liebenswürdigen Charakter und entwickeln sich darüber hinaus ebenfalls weiter. Das Thema ist natürlich brisant, der technologische Fortschritt macht heutzutage vor niemandem mehr Halt. Obwohl das Dilemma natürlich stark vereinfacht wird, ist der Kampf um Bonnies fantasievolle Kindheit charmant gestaltet und beleuchtet beide Seiten des elektronischen Zugangs für Kinder.

Die Handlung ist einfach und dennoch spannend und humorvoll gestrickt. Aus Figuren wie Bully, dem treuen Pferd, wird das Beste herausgeholt. Alles in allem propagiert der Film natürlich stark die klassische amerikanische Idylle. Die Kinder, die sich am ehesten der bösen Technologie erwehren können, leben in den amerikanischen Vororten, auf kleinen Farmen mit Pferden und Hausschweinen. Dennoch sorgt man sich um Bonnie und ihre kindliche Empathie und fiebert mit, als ihre Spielzeuge versuchen, das zu bewahren, was ihr Kind besonders macht. Die kindliche Freude über ein gelungenes Spiel ist ansteckend.

“Toy Story 5” erscheint am 23.07. in den deutschen Kinos.