Gesehen: Pixars „Alles steht Kopf“

Alles steht Kopf PlakatAls die 11 jährige Riley mit ihren Eltern aus dem Mittleren Westen in die große Stadt nach San Francisco zieht, stehen ihre Gefühle buchstäblich Kopf. Zu viele Veränderungen führen dazu, dass das heranwachsende Mädchen im Alltag oft nicht weiß, wofür sie sich entscheiden soll. Es ist ein bisschen wie bei Tom und Jerry, wenn Engelchen und Teufelchen erscheinen, um Tom oder Jerry zu irgendetwas zu überreden. Nur dass in Disney / Pixars neuem Film „Alles steht Kopf“ dieses Prinzip noch um einiges aufwändiger aufgedröselt wird. Gleich fünf unterschiedliche Stimmen reißen sich hier in Schwerstarbeit um Rileys Tun und Handeln.
Die Emotionen „Freude“, „Wut“, „Angst“, „Ekel“ und „Kummer“ sitzen buchstäblich am Schaltpult von Rileys Kopf und es ist ein großer Spaß diesen Fünfen beim Schalten und Walten im Stil einer „Commedia dell`Arte“ Komödie zuzusehen. Offensichtlich geht es sehr technisch zu in unseren Köpfen. Jedes Erlebnis von Riley wird in einer Art Gedächtniskugel abgespeichert und per Rohrpost ins Kurz-oder Langzeitgedächtnis befördert. Der Train of Thought fährt regelmäßig vorbei und Rileys Träume werden jede Nacht tagesaktuell in einer Hollywood-esken Traumfabrik mit allem was dazu gehört produziert.
Es wird einiges an Küchenpsychologie bemüht und nicht jeder Gag wird sich dem Sprössling neben einem im Kinositz erschließen. Aber den Kindern kann das egal sein. Sie tauchen einfach ein in die wilde Reise, die Riley und ihre Emotionen zu bestehen haben. Denn nicht nur Riley ist überfordert mit ihrem neuen Leben, ihre Fühler und Lenker sind es auch.
Einiges was bisher in Rileys Kopf für sicher gehalten wurde, wackelt und stürzt ab ins Tal des Vergessens. Riley weiß selbst nicht mehr wer sie ist. Es wird für beide Parteien ein echtes Abenteuer wieder zu sich selbst zurück zu finden, um am Ende erfreut fest zu stellen: man ist gewachsen.
Die inneren Kämpfe und die Zerrissenheit eines heranwachsenden jungen Mädchens gleichzeitig so ernsthaft und liebevoll darzustellen, gelingt in „Alles steht Kopf“ mit so viel Spaß und leichter Hand, dass die Stimmen in meinem Kopf mich an dieser Stelle zwingen zu schreiben: ein Riesenspaß für die ganze Familie! Erinnerungskugel ins Kurzzeitgedächtnis!

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