Gehört: Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox „The Essentials“

Postmodern Jukebox The EssentialsErst Internetphänomen, dann Live-Hit, jetzt das Album „The Essentials“ – die Erfolgsstory von Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox begann, wie so manche heutzutage, auf Youtube. Die amerikanische Musiktruppe veröffentlicht seit 2013 Videos ihrer Performances auf ihrem eigenen Kanal und erreichte damit innerhalb kürzester Zeit Millionenklicks. Inzwischen tourt die menschliche Jukebox durch immer größere Hallen und sorgt überall für Begeisterung. Das Konzept ist dabei recht simpel: Mastermind und Jazzmusiker Scott Bradlee hat, mit wechselnder Besetzung, die wohl beste Coverband gegründet, die die Szene aktuell zu bieten hat.
Intoniert werden aktuelle Hits der amerikanischen Pop- und Dancecharts sowie All-Time-Klassiker diverser Genre, gehüllt in ein swingendes Soundgewand, das den Flair der 30er Jahre Jazz- und Swing-Era atmet. Die Kombination von bekannten Songs, tanzbaren Arrangements und einer mitreißenden Bühnenshow, reißt die Zuhörer bei den Konzerten regelmäßig von den Sitzen und verwandelt sie in eine wilde Tanzparty. Das alles passiert auf musikalisch hohem Niveau – die Mädels, die den meisten Songs der Postmodern Jukebox ihre Stimme verleihen, sind nicht nur extrem schick und sexy, sie beherrschen auch perfekt ihr Handwerk, ebenso die Musiker, die Scott Bradlee um sich scharrt.
Manchmal funktioniert das so gut, dass das ein oder andere Cover quasi besser gerät als das Original, wie zum Beispiel im Fall der inzwischen nahezu legendären Version von Meghan Trainors „All About That Bass“, die bereits knapp 23 Millionen Views auf Youtube verzeichnet und im Internet, zu Recht, begeistert abgefeiert wird. Aus so manchem cheesy Popsong haben Scott Bradlee und seine Postmodern Jukebox so bereits richtig schicke Jazzperlen gezaubert.
Dass das nicht nur live ein guter Gag ist, der vor allem dank hübscher Mädels in Leopardenkleidern funktioniert, beweist das Album „The Essentials“, auf dem erstmals eine Sammlung der besten und beliebtesten Coversongs, die bis dato nur im Internet erschienen sind, auf CD erhältlich sein werden. Denn das klingt auch auf der heimischen Musikanlage richtig gut. Die Interpretationen der Postmodern Jukebox sind schlichtweg gut produziert und machen einfach richtig gute Laune. Erst vergangenes Wochenende bestanden sie hier den Härtetest und brachten bei einer Party sowohl Kinder zwischen fünf und elf Jahren als auch Erwachsene zum Tanzen. Die Knirpse machen sich dabei noch wenige Gedanken drüber, ob das jetzt eine reichlich ungewöhnliche Coverversion von Radioheads „Creep“ oder Beyoncés „Halo“ ist, die läuft und werden trotzdem mit gerissen. Als Erwachsenem entlockt es einem natürlich gerne mal ein Grinsen, wenn einem bewusst wird, dass man gerade zu einem White Stripes Cover das Tanzbein swingen lässt.

Wer gewillt ist, an so etwas Spaß zu haben, sollte sich unbedingt ein Ticket für die anstehende Tour besorgen. Doo-wop Doo-wop und Schubidu, es wird garantiert ein schwitziger Tanzspaß.

Live:

17.03.2017 Berlin, Tempodrom
22.03.2017 Hamburg, Mehr Theater
24.03.2017 Leipzig, Haus Auenesee
01.04.2017 München, Muffathalle
02.04.2017 Stuttgart, Liederhalle
05.04.2017 Frankfurt, Jahrhunderthalle
07.04.2017 Köln, E Werk
10.04.2017 Nürnberg, Meistersingerhalle

VÖ: 03.03.2017

Gehört von: Gabi Rudolph

http://postmodernjukebox.com