Auf Tour: Rebeca Lane

Rebeca LaneRebeca Lane ist „poet, rapper, sociologist, activist and Hip Hop educator“, heißt es im Pressebuch der Künstlerin, und tatsächlich ist die 32jährige ein veritables Multitalent. Sie erlebte als Kind das Ende des Bürgerkriegs und dessen Nachwehen in Guatemala und arbeitete schon als junge Frau in Initiativen mit, die die Gräuel der Militärdiktatur aufdeckten. Im Zuge ihrer Politisierung fand sie heraus, daß Frauen im politischen und kulturellen System ihres Heimatlandes kaum Führungsrollen einnahmen, und Rebeca Lane wurde Feministin. Insbesondere wurde sie kulturelle Aktivistin, verschiedene Formen von Kultur, besonders Theater, Literatur und Musik, wurden ihre Anliegen.
Als Lyrikerin und Rapperin beschäftigt sie sich in ihren Texten mit ihrer Rolle als Frau, mit dem in Mittelamerika sehr starken Machismo, nicht zuletzt aber auch mit Kolonialismus (etwa 60% der Bevölkerung Guatemalas sind Indigene, meist Mayas) und Militarismus. Ihre Arbeit als Hip-Hop-Lehrerin in ärmeren Stadtvierteln von Guatemala City – um jungen Frauen in der durchaus sexistischen Hip-Hop-Kultur gleiche Möglichkeiten zu geben – ist ihr ebenso wichtig wie die als studierte Soziologin – es wird nicht viele Rapperinnen weltweit geben, die auf ihrer Homepage noch vor der Kategorie „Poetry“ ein Kapitel mit „Academic Writings“ führen. Bekannt wurde Rebeca Lane mit ihrer „Cumbia de la Memoria“, einem Song, der die Verbrechen des Bürgerkriegs und den Völkermord der Militärs an der indigenen Ethnie der Maya-Ixil anprangert. „Dieses Stück hat viel mit meiner persönlichen Geschichte zu tun, denn meine Tante wurde von den Militärs verschleppt; sie ist nie wieder aufgetaucht“, sagt Rebeca Lane zu diesem Song.
Rebeca Lane ist Teil der Hip-Hop Posse „Ùltima Dosis“.
Zuletzt war Rebeca Lane als Teil der von ihr mitgegründeten „Somos Guerreras“-Vereinigung („Wir sind Kriegerinnen“) auf Tour, einer Gruppe von mittelamerikanischen Rapperinnen, die in Mittelamerika und Mexiko zwei Monate unterwegs waren, eine Tour, die weltweit Schlagzeilen gemacht hat.
Im August 2016 ist „Alma Mestiza“, das neue Solo-Album von Rebeca Lane erschienen, ihr drittes (und das erste, das auch weltweit erscheint, zunächst einmal, wie bei Hip-Hop-Künstler*innen üblich, digital, auch bei Spotify oder iTunes). Auf ihrer ersten „richtigen“ Europatour im Januar/Februar 2017 wird sie nicht nur neues und „altes“ Material spielen, sondern bietet auch vorab einen kleinen Workshop bzw. eine Lecture über die aktuelle Situation in Guatemala an, mit Schwerpunkt auf der Situation von Frauen, HipHop, und anderen Themenfeldern.

Rebeca Lane Live:

23.01.2017 Berlin, Privatclub
25.01.2017 München, Ampere
31.01.2017 Frankfurt am Main, Brotfabrik

http://www.rebecalane.com