Luzi der Schrecken der Straße – Alles hat ein Ende nur Berlin hat keins

Gibt es eigentlich noch ein Ende? Limit? Irgendwas? Nee gibt’s nicht.

LuziHeute ist der dritte erste und ich rufe meinen Nachhilfelehrer und Exfreund meiner Freundin und somit auch Freund von mir an. Ich möchte mich nach einem Lerntermin erkundigen. „Du Luzi, is grad ganz schlecht- ich fahr grad in die Arena“ Er feiert immer noch. Ab und zu’n kleines Nickerchen- geht doch. Ich solle doch mitkommen. Nix da, ich bin immer noch fertig- ich war schon am 1.1. um 14h im Bett. Also für den Großteil der deutschen Bevölkerung ist das schon überdurchschnittlich spät, lange. Aber nicht in Berlin, da is das Kindergeburtstag. Lachhaft ist das.

Da rennen sie alle zwischen Turmspringer, Galuzzi, Jake the Rapper und Monika Kruse hin und her und das Tagelang. Schon die Planung- eine Katastrophe. Deep, Berghain, Renate, Ritter Butzke, Möbelrücken. Die Entscheidung fällt aufs Deep – können wir von uns aus hinlaufen. Um 11h wollen wir dann ins Berghain- zwei StundenSchlange stehen- nee, dann doch nicht. Also gehen wir noch kurz nach X-berg zu nem Freund und von da dann nach Hause.

Der Taxifahrer fragt, ob er sein Baguette essen darf, er hat seit 7 Uhr nix gegessen. Er fragt, was die Leute da eigentlich alles für Chemodrogen nehmen. „LSD und Koks und so was, wa?“ Ja, na ja, so ungefähr, sag ich. Er erzählt uns von seinem Freund, der jahrelang nur gefeiert hat und jetzt gar nix mehr gebacken kriegt. Der ist irgendwann aufgewacht und hat gemerkt, dass Party nicht alles im Leben ist, aber da war’s dann irgendwie zu spät- er hat den Anschluss verpasst. Kuru wird es still im Taxi- es folgt ein kleiner, nachdenklicher Moment.

Sonntag, 3.1. um 18 Uhr werd ich angerufen- „los, komm her wir feiern hier’n bisschen bei der Moni“- Und peng, schon hat man wieder ein schlechtes Gewissen, aber diesmal, weil man eigentlich nicht feiern will. Also schon will, aber irgendwie nicht kann. Denn morgen ist doch Montag und die Vorsätze und so.

Feiern kann man in Berlin auch hauptberuflich, das ist das Problem. Beunruhigend und beruhigend zugleich.

 
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